Heimat und die Brüche

Ich finde sie auf Reisen, in anderen Kulturen, in der Fremde. Die Heimatmomente, die plötzlich auftauchen, entdecke ich in seltsamen Winkeln, an Geisterorten und in speziellen Tempeln. Sie sind mir vertraut, wegen der Brüche, wegen des Schrägen, Merkwürdigen. Es sind die Momente, wenn sich Schmunzeln und Fragen mischen, wenn die Irritation kommt, wenn es uneindeutig wird. Vertraut sind mir die Orte, die nicht so leicht einzuordnen sind, weil sie Unterschiedliches beherbergen. Sie haben etwas Wildes. Dort zeigt sich die Närrinkraft.Weiterlesen

Pipola, das Rotklangfest

Zum Film „Pipola“ Pipola ist ein Sommerbrauch, bei dem der Sommer geehrt wird. In Gruppen stehen Menschen beisammen, drei, fünfzehn, manchmal bis zu sechzig. Sie gehen im Kreis und durchwandern viele Sommer. Sie laufen singend die Wege durch uralte, durch jüngere und kommende Sommer ab. Alle singen gleichzeitig. Sie geben dem, was sie sehen, Worte. Sie singen, was sie sehen. Sie singen und singen, das gehört zum Brauch. Das mutet seltsam an, wenn man es es noch nie gemacht hatWeiterlesen

An Hua danzn

An Hua danzn (Den Hua tanzen) – zum Film Der Hua ist ein Frühlingstanz, ein Weißtanz, ein Geheimnis- und Hütetanz. (Für diejenigen, die neu hier sind – ich erfinde Bräuche, um das Brauchtum zu erfrischen.) Der Brauch geht so: Alle machen ein Weißbild mit einem geheimen Wunsch. In manchen Gegenden wird ein rundes Papier genommen, andernorts nimmt man ein rechteckiges oder quadratisches Blatt. Mit weißer Farbe wird symbolhaft der geheime Wunsch aufgemalt. Das Bild ist wie ein Wunschsame. Es wirdWeiterlesen

Wolfsrudel – Interview

Ana hat ein Wolfsrudel-Interview mit mir in „Wilde Weiblichkeit“ gemacht. Da erzähle ich über meinen Tagesbeginn, über kraftvolle Zeiten, Zeiten der Herausforderungen und manch anderes. Als Ana angefragt hat, hat mich das mit den Wölfen gezogen. Wolsfrauen, Rudel, die alten silbergrauen Wölfinnen, ihre Erfahrungen, Bilder, wie sich die Wölfe treffen, miteinander durch die Wälder ziehen, ihre Gesänge, das Alleinseinkönnen, das hochsozialisierte Verhalten in Gemeinschaft, das war sofort alles da. Zum Interview: WolfsfrauenWeiterlesen

Geisterzeit

Rauhnachtsblues in Rot. Den Blues vergesse ich übers Jahr und doch kommt er zu den Rauhnächten. Es knarzt, Geschäftiges entzieht sich, es ist ein bisschen wie aus der Zeit fallen, in die Nachdenklichkeit hinein. Vieles hinterfragen, abklopfen. Die Geister lassen sich auch nicht wirklich portraitieren, sie bleiben schemenhaft. Keine Träume, obwohl doch Träume in den Rauhnächten so bedeutsam wären. Oder wenn, dann so wirr-komplex, dass die vielen Aspekte zusammen keinen Sinn ergeben. Und das, wo doch Träume in den Rauhnächten so wichtigWeiterlesen

transform

Im Winter 2014 wollte ich einen Film drehen, „transform“. Er hat sich, in Ermangelung von Schnee um ein Jahr verschoben. Bei meiner Struktur, der Kombi von Ungeduld und Starrsinn, kommt sowas richtig gut. Warten müssen, allem die Zeit lassen, dabei bleiben, auch wenn sich erstmal scheinbar nichts tut. Gedreht wurde der Film am 31. Dezember und am 1. Januar. Es waren die einzigen Schneetage. Am Übergang vom Alten zum Neuen, auf der Schwelle. transform – ein Kompostiervorgang, ein Transformationsfeuer, in welches all das ausWeiterlesen

Orakelspektakel

Orakelschrate bieten sich an, Antworten zu geben auf alle Fragen, die so anfallen im Leben. Ja-oder-Nein-Fragen sind nicht ihre Spezialität. Sie finden, es muss schon differenzierter sein. Das möge man bedenken beim Stellen der Frage.  Weiterlesen

Schamaninhaus

Zusammen mit verschiedenen Heilerinnen und schamanisch Praktizierenden haben wir zum zweiten Mal eine alte Vision ins Leben getanzt, das Schamaninhaus. Von den Reisen zu den Maori in Neuseeland und den Schamaninnen Koreas im Schamaninhaus kommen die Samen, gemeinschaftlich zu heilen. Eine alte Sehnsucht ist da, so zu arbeiten. Vor einem jahr haben Susann Belz und ich zum ersten Mal das Schamaninhaus ins Leben gerufen. Es ist für alle offen, kostenlos und eine Spende gegeben werden kann. Finanziert wird das GanzeWeiterlesen

Küchen-Butoh

Der Film, den ich zusammen mit Mea v. Eyb und Inga Degenhart und musikalischer Begleitung von Sylvia Kirchherr gemacht habe, ist jetzt auf meiner Website zu sehen. DER FILM Zuerst habe ich gesagt, dass ich eine Filmemacherin bin. Weil ich ja bis dahin keine war. Ich hab´s gesagt, damit es dann auch so ist. Angefangen habe ich mit Handkamera und Selbstauslöser. Weil – wir waren nur zu dritt und wollten alle mitspielen. Ich habe mit dem Material gearbeitet, das draufWeiterlesen

Auskehr von Schamaninnen, Hausfrauen und anderen Merkwürdigen

Den Tanz meiner langen Reise durch Social Media zu Ende getanzt. Gefeiert, gelacht, erzählt, orakelt. Eine bunte Wäscheleine als Reiseweg gespannt und die Stationen nochmal benannt und aufgehängt. Wenn ich im Dirndl bin, dann kommt das Bayrische automatisch. Dann kann ich gar nicht mehr richtig im Hochdeutsch erzählen. Und wenn ich zu viel Heiligsachen an die Wäscheleine hänge, dann reißt sie. Das wird dann fast ein Slapstick auf Bayrisch. Im Museumstreppenhaus hinauf in die Ausstellung. Wir spulen uns hoch, begleitetWeiterlesen