Gwandwandl

Das Narrische hat Interesse an der Gewandung. Es schleicht sich heran, dieses „Was, wenn“. Wenn es zwingend wird, macht es „Ritsch, ratsch“. Ein Schnitt, teilen, öffnen. Unerlaubtes tun, das Ballkleid geteilt, neue Freiheiten eröffnet.
Ein Ärmel wird gebraucht. Man kann sich von überall Ärmel holen. Ritsch, ratsch. Auch ein Hosenbein würde sich eignen als Ärmel. Ärmel gibt es mehr als genug.
Alte Gebetsfahnen im Saum erzählen der Erde Geschichten. Schlurfgebete. Verblasste Gebete, fragmenthafte Mantren. Umgedreht, das Oben neigt sich der Erde zu. Im Sprung klingt es wieder in den Wind hinaus. Der praktische Ansatz ist so eine Art Gebets-Rockverlängerung.
Flicken, Fetzen, Reste, Überbleibsel neu verbunden. Geschichtenteile ordnen sich unerwartet.
Küchenerinnerungen – Bayern krüsst den Himalaya. Ein löchrig gewordener Geldbeutel auf einem blauweißen Handtuch. Eine Filzschnur von den Ortsschafen liefert die Befestigung. Ein neues Küchengeldschafshaar-Schürzenteil.
Ein Lochmantel, Flexiteil – Löcher, Ein- und Ausstiege – davon braucht es mehr, gerade bei den äußersten Schichten.
Taschenzauber – weit gereist, vieles beinhaltet, einmal verlorengegangen und wieder zurückgekommen – als Behältnis für alle Tage zu klein geworden – für den Kopf passend – umgedreht, auf den Kopf gestellt – ein Taschenhut.
Das befreite Ballkleid, das Gebetsgewand, die Küchengeldschürze, der Taschenhut und der Lochmantel machen sich miteinander bekannt. Sie gehen ungewöhnliche Kontakte ein und beginnen, miteinander zu tanzen.
So kann es gehen.

zum Buch: GWANDWANDL

Gwandwandl
Ein digitales Buch