Butoh und die Närrinreise

Die Närrin und Butoh gehören auf meinem Weg zusammen. Undefinierbares, neue Körpersprachformen, das Verrücken von Bildern. Butoh hat mich, wie die Närrin in eine große Befreiung hineinkatapultiert. Die Ästhetik ist dabei über Bord gegangen, was mir gut getan hat. „Mach dich nicht zur Sklavin der Schönheit“, höre ich in Butohworten und aus dem Närrinmund. Regellos, ohne Theorien, in einem weiten, weißen Land unterwegssein. Manchmal bemalt mit der Geisterfarbe weiß, manchmal nackt getanzt. Wenn die Geister durch mich tanzen, braucht es kein Gewand. Dann wieder gibt es eine Einladung, mit seltsamen Gewändern zu tanzen. Je nachdem.

Butoh - Schmelzen

So viele Tanzende es gibt, so viele verschiedene Butohs gibt es. Rätselhaftes tanzen, wie die „Mimik eines Steines, über den Ameisen laufen.“ Die Närrin lacht, der Stein vielleicht auch.

Bewegungen so minimalisieren, dass sie im Aussen nicht mehr sichtbar sind. Sie ganz hinein nehmen, sie winzig klein werden lassen, im Körper verdichten und dann bersten lassen, raumfüllend, wie ein großes Lachen, das von tief unten heranrollt und wie eine riesige Welle den Raum flutet. Butoh, der Tanz dazwischen, der mir immer wieder alle Bilder sprengt und geheime Geschichten herträumen lässt, ganz präsent, ganz hier, ganz weit weg sein.

Butohschichten

Neue Bilder, in jeder Hinsicht, Fotografien unter Wachs legen, Schichtungen, Überlagerungen, Durchsichtigkeiten. Wachs macht Bilder transparent, lässt Teile in Tiefenschichten hinuntergleiten, ins Reich der Ahnungen. Und so wie Butoh jedesmal das Unbekannte einlädt, so laden neue Techniken neue Erfahrungen ein. Es ist bereichernd und anstrengend, fordernd und lustvoll zugleich. Irgendwie so wie Leben.

Butoh, Handspiegel