Me, I, Moi – skizziert

Skizze Selbstportrait

Mich selbst befühlen und skizzieren, zuerst blind, dann mit halbgeschlossenen Augen, zuletzt erst mit offenen Augen. Zuerst fühlend, Innenbilder hinwerfen, ohne Ergebnisse zu sehen und zu beurteilen. Ich schreibe in der Skizze nieder, was ich „sehe“, als Art schnelle Befühlungs-Prozessdokumentation.
In einem großartigen Seminar an der Freien Kunst Akademie Augsburg haben wir diese Übung gemacht. Eine Hand hat den Körper ertastet, die andere hat das Erspürte gezeichnet. Das Blatt ist gerutscht, Linien haben sich seltsam überlagert, sind ins Abstrakte gewandert. In einer Skizze bin ich zum Tier geworden, gestaltgewandelt, dann wieder war ich eine Landschaft. Vom Schamanischen her kenne ich diese Technik, zur Diagnose. Entweder zeichnet die Schamanin blind ihr Gegenüber oder die Person zeichnet sich selbst. Die Skizze erzählt vom Zustand, von der Geschichte und offenbart bereits die Wege zur Wandlung-Heilung-Erkenntnis. Weitergearbeitet wird dann ebenfalls im Bild. Der Prozess, die Geschichte wird im Bild fortgeschrieben, verändert, geschlossen, mit neuen Informationen gespeist, wie auch immer.

Figur, Moi, Acryl und Wachs

Die schnelle Linie passt gut zu mir. Ungerade gezogen, wackeln, abreißen, ertasten. Nicht festlegend, andeutend, offen, bewegt. Ich mag die Linie, ob die der Skizze oder die der Zeichnung. Sie ist steinzeitalt, sie hat was vom roten Faden, der sich durchzieht. Mit der Linie bin ich befreundet, mit dem Punkt auch. Flächen sind mir fremder.

Figur, Moi, Wachs und Acryl

Skizzen mit dem Thema „Ich-Me-Moi“. Als Name wäre mir Moi oder Me lieber als Ich, nur so, vom Klang her. Das bayrisch-englische „i“ wäre mir zu kurz als Name, vor allem das Bayrische i. Nur i als Name, sehr minimalistisch.

 

10 Skizzen, Moi, Wachs, Öl, Graphit und Acryl

Das skizzierte Bild ist eine Momentaufnahme, sie schreibt nichts fest, sie bleibt offen. Moi skizzenhaft, nicht wirklich greifbar, leicht flüchtig. Das leichte Spiel, das Experiment, das Unperfekte, der Zufall in Allem. Die Skizze lässt mir Freiraum, sie braucht keine Endzustände. Ich glaube, sie bezweifelt sogar Endzustände und Endgültiges. Sie will auch nicht objektiv sein. Sie ist oft wahrer als eine Fotografie. Die Skizze mag den Zufall, sie hat das Unvorhergesehene und die Überraschung im Gepäck. Sie ist wild und archaisch, sie hat keinerlei Ambitionen schön zu sein. Sie ist nicht geordnet und doch bereitet sie alles vor für eine spätere Ordnung. Sie tanzt mit dem Zufall und bleibt immer frei.
Ich lasse meine alten, altbewährten Techniken ziehen. Das Unvertrautere, Fremdere rückt in den Vordergrund. Es macht mich wach und passt zum Geist unserer Zeit.
Die Skizze trägt den freien Geist der Närrin in sich. Ich werde mich ihr widmen und mit ihr Erkundungen machen.

3 Skizzen, Moi, Wachs, Ölkreide