Vom Tanz und der Schönheit

Butoh-Tanzperformance, Cambra Skadé
Butoh-Tanzperformance mit Doris Försterling zur Ausstellungseröffnung „If you want me, I will be the one“ im frauen museum wiesbaden

Auf der Reise ins Land der Närrin beginnt ein Tanz, der immer weiter hineinführt in ein Land jenseits von üblichen Schönheitsbildern. Es ist ein Tanz in eine immer größere Freiheit, ein Tanz, bei dem die engen Vorgaben, was schön ist, wie Körper auszusehen haben, wie sie sich bewegen sollen abgeschält werden. Es ist das Hineintanzen in ein größeres Zuhause. Alte Kriterien taugen nicht mehr, sie sind hinderlich auf dem Weg hin zu den vielen Jahresringen. Unsere Menschenkörper erzählen von all den Begegnungen, den Erfahrungen, den durchwanderten Feldern. So viele Male sind sie von den Jahreszeiten berührt worden. Da gibt es mehr zu erzählen und auszudrücken als die einfachen, kleinen Mainstream-Schönheitsentwürfe. Mit jedem Jahresring wird es erfahrener, weiter. Es könnte mit jedem Jahresring freier werden.

Butoh-Tanzperformance, Doris Försterling, Cambra Skadé

Zur Ausstellungseröffnung habe ich mit Doris Försterling, meiner Butoh-Tanzlehrerin und Freundin getanzt. Im Butoh, dem Geistertanz, dem Tanz der Seele, dem Tanz, in dem alle Schatten, alles, was ist sein darf, habe ich eine Türe gefunden, um in neue Körperräume zu gehen. Dort bricht sich das Licht anders, es beleuchtet völlig neue Bereiche von Schönheit, von mir als Frau, von meinem Körper, meinem Gesicht.

Butoh-Tanzperformance, Cambra Skadé

Wenn ich so in den Supermarkt gehe, in Slow Motion esse in der Wirtschaft, an der Kasse schmelze, weil mir gerade danach ist, dann hilft mir möglicherweise eine rote Nase als Kennung. Sie könnte irgendwo baumeln, zur Sicherheit. Oder ich mache das richtig oft und erreiche einen gewissen Bekanntheitsgrad in meinem Umfeld samt Närrinnenfreischein.

Butoh-Tanzperformance, Cambra Skadé, Doris Försterling

Fotos: Elke Schmidt