Kramerladen, Bügeln und Sonstiges

Die Schachteln sind voller Schätze im alten Kramerladen in Curelos. Seit Jahren. Entdecken, in Zeitlupe die Behältnisse öffnen und Kreiden, Haken, Knöpfe befühlen. Kunden anlocken und Waren anpreisen. Ich darf die längst geschlossenen Räume bespielen, betanzen. Zeit verliert sich. Viele Häuser stehen leer, ich finde eingefrorene Momente, eine aufgeschlagene Zeitung, Kinderspielsachen, ein Bügeleisen, das sogar noch geht.

Bewegungstempi ändern, Gesänge zu den Räumen finden, laut vor mich hinsingen, was ich lese und nebenbei mein Kleid bügeln. Wie ein absurder Traum ist es, in den die Leute kurz reinschauen und alles ganz normal finden. Das finde ich besonders.

Mit dem rosa Wagen fahre ich meine Kleider zur Wäscheleine. Dabei finde ich ein Paar Schuhe, die dastehen, als hätte sich die Person einstmals einfach in Luft aufgelöst.

„Wer warst du“, frage ich und weil ich das Galicisch nicht verstehe, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit den Schuhen zu tanzen und auf die Art etwas herauszufinden. Die Fahrräder melden sich, sie wollen einmal ums Dorf fahren. „Wie stellt ihr euch das vor ohne Luft?“ Sie finden keine Antwort, ich auch nicht. Also passiert nichts.
So kann man auch Filme drehen – warten, schauen und irgendwann einfach ausschalten. Das musste ich tun, weil alle zum Essen wollten.