Erfüllte Sommerzeit

Der Sommer ist gerade reich, sonnensturmbewegt, angefüllt mit Feuern. Pack den Moment, das sagt er mir gerade, lass dich ein, geh, tu den nächsten Schritt. Und so fliege ich mit einem Boot in den Himmel, seltsam neuverbunden, bereits hinter der Schwelle in der Wildnis.

Maskenfeuer, Abschied und Neubeginn in einem Moment. Die großen Feste besuchen, feiern, staunen, nebenbei packen für den schamanischen Aktivurlaub im Schwarzwald.
Das Lechgautreffen aller Trachtengruppen von den Bergen, vom Lech, dem Huisigau, dem Ammersee hinauf Richtung Ebene, das war eindrücklich, schön, lebendig. Zwischendurch bin ich mir vorgekommen wie im Altai bei El Oyin, wenn sich der Altai feiert und alle Clans in ihren Trachten kommen. Hier bei uns habe ich auch die alten Frauen in ihren prächtigen Trachten gefunden und ihre Würde gesehen. Und die Pferde waren auch dabei, das gute Essen, die Musik, der Tanz. Und die Schiffschaukel, die ich so mag.

Ich komme aus Bayern, spreche bayrisch, ein Großteil meiner Ahnen ist aus Bayern und ich lebe sehr beheimatet hier. Bei dem Zusammenkommen all der Menschen, der Trachtengruppen ist es mir wie im Altai gegangen, als die ganzen Tribes, die Sööks miteinander gefeiert haben. Es ist ein altes, lebendiges Feld, das von Zusammengehörigkeit erzählt und dem Leben. Das Goaßlschnalzen (eine Art Peitsche, die, richtig geschwungen in der Luft schnalzt – ein ursprünglich heidischer Brauch, um den Winter wegzufegen und den Frühling zu begrüßen) hat mir immer schon gefallen, das Gwand und die Nähkunst. Ich sehe die Künste, die Verbindung mit den Tieren und dem Land und weil ich nie musste, sondern durfte, begebe ich mich voller Freude zwischendurch in das tiefe bayrische Feld. Ich glaube auch, dass ich einen bayrischen Spirit habe.

Und jetzt geht es in den Westen, den Schwarzwald. Ob ich mal das Schamanische im Dirndl ausprobiere?