Der Ruf der Wildnis

Die Dynamiken des Lebens – ganz fein, fast unmerklich spüre ich eine Schwelle. Noch liegt nur ein Dufthauch in der Luft und ich sitze an einem Übergangsfeuer. Hinter der Schwelle könnte die Wildnis sein. Genau weiß ich es nicht.
Viele Jahre bin ich jetzt an meinem Platz – in Gemeinschaften und damit beschäftigt, Meines zu erkunden, zu verfeinern, einzubringen. Jetzt ruft etwas Neues. Was und wohin ist unklar. Es könnte der Ruf der Wildnis sein. So stricken sich die Lebenswege, so sehen Initiationswege ja eigentlich aus und indigene Gemeinschaften kennen das, nur unsere halt nicht so. Auf- und Abtauchen – Rückzugszeiten und Gemeinschaftszeiten – ganz den eigenen Platz einnehmen im Kreis der Gemeinschaft und, wenn es an der Zeit ist, wieder einmal in die Wildnis zu gehen und aufzubrechen. Von dort werden wir etwas Neues mitbringen und es in unsere Gemeinschaft zurücktragen.
Wie das gehen kann, hier, jetzt, fein abgestimmt, das weiß ich noch nicht genau. Ich bin schon mal froh, dass ich es wahrnehme. Vielleicht gehört dazu auch, dass die Blogartikel weitere Abstände bekommen, dass es in eine Art Wochen- oder Monatsbericht übergeht. Ich höre gerade dem Wind sehr gerne zu und lausche den Geschichten und dabei vergesse ich den Computer oft. Das tut mir gut. Weil es eine Wandelzeit ist, kann ich gar nicht sagen, wohin die Reise gehen wird, ob es eine Aussenreise oder eine Innenreise oder beides sein wird. Die Wildnis ist überall. Es beunruhigt mich auch nicht, ich lausche und ich möchte dem Lied folgen.