Frühlingsaufbruch

Ein Topf voller Frühlingsblumen, ein milder Abend, Vogellieder, die anfangen, anders zu klingen. Letzte Schneehaufen, die mich daran erinnern, dass bei uns im Süden der Winter bis in den frühen Mai reichen kann. Und prompt schneit es schon.
Mein Aussenjahr hat begonnen mit einem wunderbaren Wochenende, mit Council und Seminar in der Schweiz. Fast nahtlos fahre ich weiter nach Wiesbaden, ins frauen museum und bringe all die Löffel, Besen, Medizinen, Schürzen für die Ausstellung hin, während noch die Geschichten, Bilder und Tänze der Frauen tiefer einsickern.

Ich habe sehr genau gepackt, denn es ist für mich immer eine große Reise, wenn ich zum ersten Mal Richtung Frühling aufbreche. Manchmal kommen die Bilder der großen Nomadenzüge, wenn alle im Frühling in die Sommerlager ziehen, auf die höheren Weiden, zu Dschailoo. Alles will bedacht sein, viele Gebete begleiten den Aufbruch. Es ist auch sowas wie den Winter verabschieden. Die Zeit des Zuhause-Seins, der Winterfeuer ist vorbei. Meinen Ofen, die Altäre, alles habe ich noch einmal berührt und davon erzählt, dass ich jetzt erstmal aufbreche und, dass ich wiederkommen werde.
Ich brauche sehr viel Vorbereitungszeit, weil ich alle Taschen säubere und die Gegenstände, die ich mitnehme befühle, abwäge, was es braucht und was nicht. Reisen will geübt sein und nach dem Winter ist die Anlaufzeit länger. Es ist eine Reise wie viele andere und doch ist es eine besondere, weil es die erste im Jahr ist.