Die Hausapotheke


Vor dem Winter bestücke ich meinen Medizinschrank. Und weil ja im Frühjahr alles ins Museum soll, etikettiere ich gleich alles, damit es nachvollziehbar ist und besorge es doppelt.
Was tut mir gut? Was verleibe ich mir am liebsten ein, wenn ich Mut brauche? Mit was würze ich gerne – so eine Art Lebenswürze. Welches Getränk lässt mich heiter werden und was esse ich, wenn ich Nervenruh brauche? Was gibt mir im Winter Sommerfrische und was ist so eine Art Allheilmittel? Wenn mir was auf den Magen schägt, nehme ich einen Magenbitter und das Gefühl von Lebensreichtum habe ich bei etwas Rotem. Am besten sind Tomaten, auch als Mark. Ich stelle mir eine gute Hausapotheke zusammen. Sie ist auf mich zugeschnitten und nicht übertragbar. Bei drei Leuten im Haus bräuchte es wahrscheinlich drei Medizinschränke. Vom Wildnisextrakt zum Herzverstärker, dem Hirnschmalz in Grün und dem Klaren brauche ich einiges. Herbstweisheit in Marmeladenform ist dabei und safrangelbe Aufbruchslust. Gut, wenn gleich alles beisammensteht und ich im Notfall, wie bei einem Wutausbruch oder Nervosität, Regenblues oder Hirnbeißeranfällen meine Medizin schnell griffbereit habe. Eine kleine Reiseapotheke in homöopathischer Form – weil leichter transportierbar – gibt es auch.