Die Lust und die Tragik der freien Wahl

Heute muss ich wieder tun, was ich will. Ich sollte wissen, was ich will. So geht´s schon los. Ich suche also das Will. Im Moment habe ich nicht mal eine Ahnung wie es aussieht oder wie groß es ist. Wie soll ich da anfangen zu suchen? Wenn das Will winzig klein ist, dann kann es ja überall sein.

Auf Rufen reagiert es nicht. Ich gehe im Haus rum, überlege, finde nichts. Kein Will für diesen Tag? Jetzt habe ich so einen schönen, freien Tag und finde kein Will, geschweige denn den nächsten Schritt eines Tuns. Das ist so blöd wie kein Anliegen finden, kein Projekt, kein Thema, kein passendes Layout für mein Buch. Mit Suchen will ich den Tag auch nicht vertun. Ah, in dem Satz ist zumindest schon mal ein Will mit Minusvorzeichen. Ich frage meine Katzen-Katalina. Sie schaut mich irritiert an und sagt: „Der Will ist gestorben.“
Das glaube ich nicht, sie neigt zu Dramatisierungen.