Herbstliche Sortiergedanken am Mülleimer

Auf dem Weg durchs Dorf, in die Herbstgedanken hinein, betrachte ich Abfälle, sehe weggeworfene volle Mülltüten, Laub, Kompost. Es nimmt zu, dass Leute ihren Müll wieder in den Wald werfen. Diesmal liegt eine Tüte in der Wiese neben unserem Haus und so fällt sie in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich entsorge also den Müll der anderen, denen die Müllgebühren zu hoch sind – Auto haben sie ja anscheinend noch – und übernehme die Verantwortung. Die Detektivin in mir macht den Müll auf und sucht nach Identifikationsteilen. Wehe, wenn ich was finde. Dann gibt es Zwangsteachings. Über Weggeworfenes und dem Sorgetragen, Gemeinschaftsgeist und dem Müllproduzieren.

Gartenabfälle, Laub fegen, Kompost – Verwerten von Abfällen. Ludmila hat in Ermangelung von Papier auf alte Kartons und Schachteln gemalt. In meinem Abfall lägen jede Menge Bildträger. Kompost und Kunst.

In China werden aus den geschredderten Plastikflaschen Pullover gemacht und Tragetaschen. Ich untersuche meinen Müll. Was ist nichtverrottbarer Zivilisationsmüll, was kann sich wandeln und wird Humus? Sortierstation Herbst. Selbstüberprüfung am Mülleimer. Ich verwerte gerne alte Kleidung, nähe um, mache Bilder daraus oder Objekte. Wie aus dem alten T-Shirt, das Malkleidung wurde und dann in ein Bild gewandert ist.

Die Schätze, das Gold im Abfall. Auf dem Weg durch das Dorf schaue ich mir die alten Häuser an, ihren Verfall und wie bestimmte Materialien und alte Gebäude in Schönheit altern – Holz, Stein, Kalkanstriche. Ganz im Gegensatz zu Betonbauten, die nicht in Schönheit altern können. Ich wünsche mir beim Befühlen der alten Holzfenster, dass ich so wie sie in Würde altern werde, dass meine Falten ihre Schönheit haben und ungeschminkt, wie Herbstlaub, leuchtend, leicht ihren Tanz im Wind machen und sanft zu Boden fallen. Insektenunterschlupf, Nahrung, Humus.