In Bayern gelandet

Zurück in Bayern, ist erstmal die Technik ausgefallen. Nicht nur Regen macht Zeit, sondern auch der Ausfall der Technik. Keine mails, kein Blog gibt unerwartete Spielräume.

Spanien ist in der Wildnis ausgeklungen, in der Engaña, dem Tal der Wölfe. Seit zwanzig Jahren ist es mein heiliges Tal, Geschichtenquelle für mein erstes Buch, die Töchter der Mondin, Spiegel, Andersweltreiseplatz.

Dieses Mal hat mir die Engaña etwas zum Älterwerden gespiegelt. Es ist nicht mehr so einfach, im Flussbett hochzuklettern oder über die Felsen zu springen wie vor zehn Jahren. Ich erkenne es an und es ist stimmig. Der Fluss lässt mich auch erkennen, dass ich mir immer weniger beweisen muss. Weniger wollen, weniger antreiben. Ich darf was nicht können, ich darf älter werden und lachend am Baum hängen und neue Wege suchen, um hochzukommen, weil die bisherige Weise nicht mehr geht. Das lässt mich einfallsreich werden. Ich freue mich über das, was ich gemacht, gewagt habe, über meine beherzten Sprünge, über die verwegenen Klettereien. Das lässt mich jetzt ruhig auf die Lebenslandkarten schauen, auf den Felsvorsprung, über den ich mich heute nicht hochziehen kann und froh sein über die gegangenen Wege. Und dann fällt mir ein Text von Mark Twain ein, der mich viele Jahre begleitet hat.

In zwanzig Jahren werde ich weitaus enttäuschter sein von den Dingen, die ich nicht gemacht habe, als von denen, die ich getan habe. Also werfe ich die Leinen und segle aus dem sicheren Hafen fort. Ich fange den Passat in meinen Segeln und forsche, träume, entdecke.