Vom Geisterdorf nach Pontevedra


Schauen, verweilen. So viele Pflanzen wachsen am früheren Miño-Ufer. Zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten ist es möglich, dass sie blühen. Samen, die lange warten können, so lange, bis die Zeit reif ist und es möglich ist. Der Miño begleitet meine Tage.

Heute in Pontevedra. Ich bin hier, weil mich der Name gelockt hat. Irgendetwas ist da angeschwungen. Noch finde ich nichts hier, ausser einer zauberhaften Altstadt. Früher hätte ich mich sofort überall auf die Spur gemacht, nach dem, was mich nach Pontevedra gerufen hat. Heute sitze ich ganz entspannt im Café und denke, wenn es wichtig ist, dann zeigt es sich schon. Wenn nix kommt, dann kenne ich jetzt Pontevedra und habe einen guten Kaffee getrunken.
Ah ja, ein neues Reinigungswerkzeug habe ich auch erworben, in einem alten Laden für Ritualwerkzeuge – Eimer, Besen, Bürsten, Kochlöffel, Mörser und anderes. So eine Art galizischer Schamanenshop für die Meigas.

Kaum hatte ich meinen Besen, musste ich einen Mann angehen, der seinen Hund geschlagen hat. Schon eigen. Ich habe auch ganz vergessen, dass ich ja fliege und den Besen ins Flugzeug bekommen muss. Konkurrenz zur Airline? Wenn sie mich nicht reinlassen, wird mir nichts anderes übrigbleiben, als die Flugtauglichkeit des Besens zu testen.