Eine kleine Herbstreise

Wieder einmal in Spanien, Altkastilien, bei der Verwandtschaft. Im Dorf umherstromern, die vielen Sommer vorbeiziehen lassen. Das Dorf ist leer, ein Pferd, Hunde, Hühner. Die alte Schule ist zugewachsen wie ein verwunschenes Schloss. Einstmalsgewesenes. Ich öffne die alten Türen, schaue auf gegangene Wege, begrüße die Tiere und höre auf die Stille. Das Dorf ist leer, von den Alten gibt es kaum mehr welche und die Veraneantes, die Sommerbewohner aus Bilbao sind schon gefahren. Herbst zieht ein.

Ein kurzer Besuch in Machorras, einem Dorf in den Bergen bei den Pasjegos, den Bergbauern. Das was wie ein Auslaufmodell schien – Subsistenzwirtschaft in der Bergwildnis mit Schafen, einfachstem Leben – könnte in Krisenzeiten das Zukunftsmodell sein. Gestern noch belächelt, könnten die Pasjegas die Lehrenden von Morgen sein. Ich könnte ja die Assistenz machen und Katalina die Berichterstatterin.

Morgen fahren wir alle nach Galicien zur Weinernte bei den Verwandten. Zur Fiesta de la Vendimia. Arbeitstage in den Weinbergen erwarten uns.