Die Schönheit des Lebens einatmen

Farben sammeln und Gerüche, Morgenstimmungen und Abendlicht, die Kühle spüren und den Tieren und Pflanzen zuschauen.

Wie gehen sie auf ihre ganz eigene Weise Richtung Winter? Wie findet der Rückzug statt? Wie bereiten sie sich vor? „Mit Winterspeck anfressen zum Beispiel,“ sagt Katalina, „ein bisschen was auf den Rippen kann nicht schaden, wer weiß, wann die nächste Essenseinladung kommt.“ Sie redet sich da leicht, weil sie eine kleine, dünne Katze ist, egal, was sie zu sich nimmt. Und es den Katzen sowieso egal ist, wie sie aussehen.

Es wird jetzt reich und farbig. Die Beeren hängen überall, die Hollerin ist schwarz geworden, Saft- und Zwetschgendatschizeit. Samensammelzeit. Geburtstage von vielen in meiner Nähe – mit meiner Mutter gefeiert, Altweibersommererinnerungen geteilt – wie wir als Kinder Zwetschgenmanderl mit ihr gebaut haben und Herbst gesammelt, Waldschätze mit nach Hause gebracht und verarbeitet haben.

Jetzt will ich, egal wie intensiv die Arbeitstage sind, noch einmal Sonnenstrahlen sammeln und Farben, den Morgentau auf der Haut spüren und die ersten Nebel in der Morgensonne sehen. Jetzt wird alles so kostbar vor dem Winter und einmal am Tag will ich ganz tief einatmen – die Schönheit des Lebens, die Fülle, die bunte Lebendigkeit.