Die Körperlichkeiten des Sommers

Mit dem September ist die Sommererkältung ganz gegangen. Zuerst war es meine ganz eigene Geschichte. Dann jedoch haben sich andere dazugesellt, die alle was Ähnliches erzählen. Langes, heftiges Kranksein, Stimme weg, Erkältung, uralte Geschichten, die sich auf der Körperebene abspielen, Lahmgelegtsein, weil was ins Kreuz eingefahren ist beim Einfangen des Druckventils am Dampftopf. Auf einmal ist meine Geschichte eine von mehreren und wir machen uns auf die Spur, ob was Kollektives dran ist. Das wirft nochmal ein anderes Licht darauf.

Die Erkältung hat zu meinem Sommer gehört. Verordnete Ruhepause? Mund halten? Reinigungsprozess? Es war, als würde viel auf der Traumkörperebene ablaufen. Und das, was sich getan hat, war wenig bewusst, hat sich dem Verstehen entzogen. Worum es genau ging, weiß ich auch nicht, es war intensiv und leicht flüchtig, traumhaft. Heftig hat es sich nur auf der körperlichen Ebene abgespielt. Eigentlich gehört genau das in den Sommer, den Süden im Lebensrad. Die Heilung des Körpers, das nicht Bewusste auf den anderen Ebenen. Es kam mir vor wie in Kinderzeiten – wenn ich krank war, hat dieser Zustand alles ausgefüllt. Keine Frage nach dem Warum? Worum geht es? Was sagt mir das? Nur ein großes Wie – wie mache ich was, damit es möglichst gut ist, wie lege ich mich hin, wie esse ich, was tut mir gut. Ich war ganz in dem Zustand, war Körper, Haut, Muskeln, Knochen. Das Schlafen und Träumen war dann wichtig. Danach brauchte ich mir keine Gedanken zu machen und es gab keine Reflektionen. Es war durch und ich habe wieder gespielt. Südqualität. Ein bisschen war es diesmal auch so.