Eine Schale voller Sommer

Zur wetterwilden Sonnwende habe ich heute morgen eine Schale voller Sommer gefüllt.
Weit weg ist der Winter dieses Jahr, weil der Frühling schon vor so langer Zeit ins Land gezogen ist.



Warme Sommerwinde wehen heute. Ein Tag für das Boot, den See, die Esel, das Feuer in der Nacht. Ich fülle eine Schale mit Rot, mit Sonne, Kirschen, Johannisbeeren, Klatschmohn.
Schmetterlinge und Hollerkircherl, Kindheitserinnerungen an klebrige Puderzuckerfinger, barfuß über sandige Dorfwege schlendern, Eis essen, in die Wolken schauen, Zeit vergessen. Das ist Sommer für mich.



Katzen und Pferde, die wilden Tiere, Fell, Haare, Sinnlichkeit, rubinroter Granatapfelsaft, Heuduft und Blumen im Essen, Wind in den Haaren spielen lassen, wild sein, verrückte Dinge tun, durch den Sommertag tanzen, die Fledermäuse am Abend begrüßen und in die kürzeste Nacht singen.
Wissen, dass ich jetzt, am längsten Tag, durch das Tor in die andere Hälfte gehe, Richtung Dunkelheit, über eine Schwelle voller Blumenbuntheit und betörender Düfte.