Zwei Trommeln und das Heilige

Aus dem Altai habe ich eine ganz besondere Trommel mitgebracht, sie ist so eigen und geheimnisvoll, so superheilig und schön und besonders und und und – und sie hat ein paar kleine Nachteile, sie reagiert auf minimale Luftfeuchtigkeit und hängt dann wie ein nasses Handtuch rum und so hört sie sich dann auch an. Wie im Moment bei dem rauhen Wildwetter. Groß ist sie und schwer und sie ist reiseunlustig.

Weil ich auf die Trommelfaxen jetzt keine Lust mehr habe, gibt es eine zusätzliche. Eine aus Plastik, Vollplastik. Sie sollte eine Nebenbeisicherheitstrommel sein. Ohne weitere Ansprüche. Dann kam sie. Groß und leicht, robust, weiß, sieht aus wie Fell. Sie tönt immer ganz wunderbar, ob es hundert Prozent Luftfeuchtigkeit hat oder kanllheiß ist. Weil ich so verzückt bin von ihr, habe ich sie verziert. Von Christas Feenpferd habe ich weiße Schweifhaare bekommen. Die weiße Plastiktrommel könnte die wichtigste Begleiterin werden, vielleicht ist sie eine Clownintrommel, ich weiß es noch nicht.

Und die heilige Altaitrommel könnte ich mal mit in den Supermarkt nehmen oder auf dem Bahnhof mit ihr spielen, sie neben mir im Edeka-Stehcafé haben und mit ihr über Alltag und Zicken und Heiligkeiten sprechen.