Besentanz und Wolkenritt

Besenzeit im Frühling, der Blick Richtung Walpurgis, Reinigung, Fliegen, magisches Werkzeug für Übergangsriten. Mit den Baumreisern binde ich die Kraft des Landes ein, die Erneuerungskraft der Birken oder mit dem Bergginster die Bergkraft.
Besen als magisches Werkzeug habe ich in aller Welt getroffen, bei den Taigaschamaninnen oder in Indien. Sie stehen als Schutz vor den Haustüren, durch Verbrennen wird Windzauber gewirkt oder der Jahresübergang vollendet. An Walpurgis die alten Besen verbrennen und neue ins Haus holen. Wer sich auf den Besen stellt kann losen, orakeln. Zum Reinigen eignen sie sich bestens, Mensch und Tier werden rituell abgestreift und mancherorts wird ein Reis des Hausbesens ins Feuer gegeben im Ritual.



Flugtauglich sind sie auch und, je nach Modell, lässt sich damit gut durch die Lüfte reiten. In Ritualgegenstände fliesst viel an Energie, sie dürfen was kosten, werden ausgeschmückt und in Ehren gehalten. Den naheliegendsten magischen Werkzeugen, die immer in Gebrauch sind, wie die Besen, könnte ich da manchmal mehr Aufmerksamkeit schenken. Mit ihnen wirken, das ganze Jahr über, selber einen machen aus den Reisern, die mir das Land zur Verfügung stellt, ihn im Fluss einweichen, rituell all die Kräfte einbinden, die zu dem Besen gehören, Wind und Sonne, Pflanzen, Wasser, Erde, die Steine, unter denen er trocknet.
Und ich tanze gerne mit dem Besen, springe mit ihm über die Schwelle, hin her, fege weiter, gehe im Sturm mit dem Besen raus, stelle ihn vor der Haustüre wieder ab.