Die Geschehnisse dieser Tage

Japan. Manches macht mich erstmal sprachlos. Ich sehe die Bilder, nehme Worte auf und begreife all das nur oberflächlich. Es sickert tiefer und wie jetzt, bei dieser weiteren Katastrophe unserer Weltengemeinschaft, merke ich, dass es größere Zusammenhänge gibt, komplexere, die das übersteigen, was ich sonst so sicher aufnehmen und einordnen kann. Ich nehme es wahr und dennoch begreife ich es nicht, nicht in einem ganz tiefen Fühlen und Verstehen.
Joanna Macys Arbeit ist mir dabei sehr wichtig. Eine Arbeit, die wieder verbindet. Ich erlaube den Bildern und dem, was ich aufnehme, sich auszubreiten in mir. Ich wage es wirklich hinzuspüren. Und ich spüre es im Herz, ich atme schwer, ich lasse es sich weiter ausbreiten, will es spüren, aushalten, erfahren, was es macht in mir. Erstarrung im Erkennen, wie bei den Gorgonen. Spiegel auch. Den Schmerz, den Zorn, die Traurigkeit, Hilflosigkeit, Angst, Sorge spüren – anerkennen. Ich gebe allem ein Lied – es trägt mich weit. Alles da sein lassen, vor allem den tiefen Schmerz um die Welt anerkennen. Mich durch all diese Länder atmen und dahinter gehen, dorthin, wo ich in meiner Kraft bin. In meiner Eigenmacht. Dort, wo ich Hoffnung für unsere gemeinsame Reise spüre. Ich nehme die Verantwortung wieder zu mir, frage mich, was ich ins Gewebe einbringe, in der Gewissheit, dass jedes Wort, jedes Tun, jeder Traum einen Faden ins Gewebe webt. In allen meinen gewichtigen und allen scheinbar kleinen, alltäglichen Schritten.