Jahresbeginn, Katze und Kracher

Diesmal war es ihr zu viel. Katalina hat mich geholt, um die Kracher draussen abzustellen und zum Kuscheln, weil es so eine Zumutung war für sie. Wenn ein heftiger Sturm ist oder in der Silvesternacht flüchten manche Vögel in den Speicher, fliegen durch die Fledermausöffnungen. Auch das hat sie mir am Morgen gezeigt, dass Vögeln da sind, die wir rauslassen müssen. Sie ist gut gelaunt morgens, weil sie die Nacht an und auf mir verbracht hat und die große Decke für sich hatte. Sie schaut den Kindern zu, lässt sich warme Brezen bringen, erzählt von ihrer Nacht. Katalina hat was von einer Froschkönigin, alles soll ich mit ihr teilen, Bett und Essen, alles. Und manchmal hört sie sich auch an wie ein Frosch. Die Jahre mit unserem spanischen Mitbringsel sind sehr gut, das fällt mir zum Jahresbeginn jedesmal wieder auf.

Von meiner Mutter habe ich einen schönen, irischen Segensspruch bekommen. Ich habe ihn in meinen Kalender geschrieben.

Ich nehme mir Zeit zum Träumen,
gehe so zu den Sternen.
Ich nehme mir Zeit zum Nachdenken,
gehe  so zur Quelle der Klarheit.
Ich nehme mir Zeit zum Lachen,
Gebe meiner Seele Klang.
Ich nehme mir Zeit zum Lieben,
koste den Reichtum des Lebens.
Ich nehme mir Zeit, um freundlich zu sein,
Gehe durch das Tor zum Glück.