Katzengeschichte

Seit neun Jahren lebe ich mit meiner Katze. Seitdem will ich ein Buch über Katzen machen, eigentlich ein Buch über sie, Katalina. Weil es sich nicht wirklich umsetzt, fange ich im Blog an, unsere gemeinsame Geschichte zu erzählen. Ob es auch ihre ist, weiß ich nicht. Teilweise deckt sie sich gewiss. Meine Katze ist schwarz und das ist ein Problem, vor allem für ein Buch. Sie eignet sich nicht zum Fotografieren, sie sieht immer aus wie ein amorphes schwarzes Etwas. Das habe ich nicht bedacht, als ich sie zu meiner Katze gemacht habe. Es gibt hunderte Fotos von ihr und alle sind mehr oder weniger schlecht. Ich werde mal welche veröffentlichen, damit das Problem deutlich wird. Wenn ich die Wahl hätte – die hatte ich damals nicht – würde ich keine schwarze Katze mehr nehmen, schon wegen der Fotos. Sie ist richtig schön, wunderschön, nur sieht das niemand auf den Bildern. Ich muss sie immer beschreiben, schlank, dünner Schwanz, grüne Augen, ein spitzer Kopf – dem Bauern gegenüber ist sie zu spitz insgesamt, naja, ich finde sie filigran. So würde das Katzenbuch beginnen.
Katalina ist Spanierin, Baskin genauer noch. Sie hat mehrere Namen, manche durch Heldinnentaten erworben, andere von mir bekommen, weil sie eben so ist, eine Tootsie zum Beispiel. Oder eine Terrorini. Katzen haben im Laufe ihres Lebens jede Menge Namen. Das ergibt sich im Zusammensein. Katalina nennt uns Elle und El. Ich bin Elle. Das ist das Einzige, das sie in Spanisch sagt. Wenn sie mit Humer, dem Gegenüberhund oder den vier Nebenkatzen spricht, nennt sie uns He und She, dann spricht sie Englisch, obwohl Humer Türke ist und Giacomo Italiener. Wahrscheinlich wegen dem Internationalen. Jetzt dbbdcblä#ää geht sie über die Tasten und meint, es reicht.